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Möhnetour 08
BeitragVerfasst am: 11.09.2008, 23:26 Antworten mit Zitat
Bastian Wandt
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Möhnetour 2008

Wer sich im Internet über gute Fliegenfischgewässer in der Nähe erkundigt, wird relativ schnell über einen Bericht über die obere Möhne stolpern. Zugegeben, 250km Anfahrt sind nicht wirklich in der Nähe aber, wenn man den Berichten glaubt, die Anfahrt mehr als wert. Immer wieder ist die Rede von riesige Forellen weit überhalb der 60cm Marke, aber es gibt auch kritische Stimmen zur Qualität der Satzfische, die wir, bis auf eine Ausnahme, aber nicht bestätigen konnten.


Tag 0 - Anfahrt

Die letzte Uniklausur ist geschrieben und der Jahresurlaub steht noch aus, also höchste Zeit sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Noch schnell einkaufen, das Auto beladen, Navi programmieren und ab gehts. Da unsere 4-Tageskarte erst ab dem darauffolgenden Tag gültig war, blieb noch genug Zeit sich ein wenig am Fluss umzuschauen. Auf den ersten Blick fielen bersonders die Steilufer auf, welche nicht nur einen langstieligen Kescher sondern auch besondere Deckung erforderlich machen. Am Abend hatten wir noch ein wenig Zeit im Zelt Fliegen zu binden, um gut für den nächsten Tag gerüstet zu sein, und besprachen die Taktik für den folgenden Tag.




Tag 1

Erst einmal stand um 9 Uhr der Weg in den sehr gut sortierten Shop von Flyfishing Europe an, um die Erlaubniskarte abzuholen. Für uns war das natürlich viel zu spät, denn wir wollten vor lauter Vorfreude am liebsten sofort ans Wasser. Glücklicherweise ging vor Ort alles sehr schnell und nach kurzer Unterhaltung waren wir auch schon auf dem Weg zum Fluss. Bis zur Mittagspause gab es keine Fischkontakte, nur einige gute bis sehr gute Fische konnten wir sehen doch nicht fangen. Dann endlich der erlösende Ruf von Martin: "Fisch!".



Ein Döbel von 49cm. Nicht gerade unser Zielfisch und auch nicht besonders kampfstark aber immerhin ein Fisch in schöner Größe. Voller Motivation ging es jetzt weiter: "Da muss doch noch was gehen!". Und wir behielten Recht. Schon wieder ein Ruf von Martin. Dieses Mal aber endlich Zielfisch mit etwas unter 40cm.
Gegen Abend ging ich ein wenig voraus. Nach einem Abriss am Streckenende, hatte ich keine Lust sofort neu zu montieren und setzte mich ein wenig ans Ufer. Von Martin keine Spur, und wir wollten doch für den Abendsprung noch die Stelle wechseln. Also habe ich mich durch das enge Gestrüpp zurück geschlagen, bis ich ihn endlich fand... mit gefüllten Kescher.



Die angepeilte 40er, die es in den 4 Tagen zu fangen galt, hatte diese schöne Forelle um glatte 10cm überboten.
Zum Glück gelten Fische über 45cm als Laichstammfische und müssen zurückgesetzt werden.



Na, wenn das kein guter Tagesabschluss ist! Für den nächsten Tag war der Plan also klar: Wir mussten so früh wie möglich ans Wasser!


Tag 2

Wie geplant standen wir um 5 Uhr auf, was aufgrund unseres extra starken Kaffees aber kein Problem war. Trotz aller Bemühungen war bis zum Nachmittag, bis auf eine kleine Äsche, kaum etwas zu machen. Wir kämpften uns durch Büsche und überkopfhohe Springkraut- und Brennesselfelder, doch die Fische interessierten sich nicht für unser Engagement.





Martin fing noch ein paar kleinere Bachforellen und ich war nach wie vor Schneider. Dann endlich die Erlösung: eine kleine Bachforelle, die ein Zeichen Richtung Fisch setzte und mir den Glauben an meine Fähigkeiten zurück gab.



Jetzt lief es auch bei mir endlich, allerdings waren die Fische bei uns beiden nicht wirklich groß, was sich auch im restlichen Tagesverlauf nicht mehr änderte.


Tag 3

Der dritte Tag begann so wie der letzte aufgehört hatte. Wir fingen, an der Größe war aber nichts zu ändern. Mengenmäßig waren wir an diesem Tag am erfolgreichsten aber wir wollten ja die berühmten riesigen Möhnefische fangen.


Tag 4

Für den letzten Tag hatten wir geplant noch einmal die besten Stellen des Flusses zu befischen. Da wir nun beinahe die komplette Strecke kannten, war klar, dass wir wieder auf die knapp 2km gehen werden, an denen wir am ersten Tag schon waren.
Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage wussten wir, dass Tarnung einer der wichtigsten Fangfaktoren ist. So krochen wir meist auf allen Vieren oder zumindest geduckt an die Steilufer heran, um aus sehr unkonventionellen Positionen zu werfen.



Unser körperlicher Einsatz wurde belohnt... jedenfalls mit Fischsichtungen und einigen Fehlbissen.
Kurz vor dem Mittagessen, sah ich, wie schon öfter zuvor, einen schnellen Schatten hinter meinem Streamer herkommen und meinen Köder in dessen Maul verschwinden. Ein kurzes "Fisch! Gut!" ließ schon Martin zum Keschern herbei eilen. Nach kurzen aber starken Drill, lag der Fisch vor mir im Netz.



Mit 52cm hatte ich jetzt auch die 50er Marke geknackt und war bereit zum Mittagessen. Die darauf folgenden Stunden waren sehr frustrierend. Es mangelte nicht an Fischen aber keine der wirklich guten Forellen ließ sich überzeugen den Köder zu nehmen. Nachläufer über 40cm gab es an mindestens jeder zweiten Stelle, nur zu haken war keiner.
Um die Fische aus ihren Verstecken zu locken, muss man hier sehr präzise werfen, was öfter auch zu Hängern in Büschen führt. Wieder einmal schoss ich meinen schön schweren Streamer in einen der überhängenden Bäume. Ein kräftiger Ruck und er war wieder frei und schoss in meine Richtung, allerdings genau gegen meinen Blank, der sich mit einem hässlichen Knacken in einen 3-Teiler verwandelte.



"So ein Dreck! Was denn jetzt?" Wir konnten doch unmöglich schon abbrechen und sich zu zweit eine Rute zu teilen ist auch nicht so toll.
Also habe ich mich auf den Weg zu Brinkhoff gemacht um nach einer Ersatzrute zu fragen, was glücklicherweise überhaupt kein Problem war. Ich erhielt für einen Tag eine Leihrute und unterhielt mich ein wenig mit dem Verkäufer. Die üblichen Fragen nach den Fängen beantwortete ich wahrheitsgemäß: "Einige Forellen, 2 über 50 und eine größere gespottet, die heute Abend noch befischt wird". Ich hätte eher ein "Oh, sehr schön!" oder ähnliches erwartet aber auf "Joa, geht ja." war ich überhaupt nicht eingestellt. "Hier gibt es auch richtig Große. Die habt ihr nur noch nicht gesehen.". Richtig Große? 50cm sind richtig groß! Naja, kein langes Gerede, ich wollte wieder Angeln.
In meiner einstündigen Abwesenheit hat sich bei Maritn nichts getan und so ging es weiter wie vor dem Rutenbruch. Ein paar Kleinere (ja, wir nennen jetzt auch schon Forellen zwischen 30 und 40cm klein) stiegen noch ein aber bis zum Abendsprung gab es nichts Besonderes mehr. Den Abendsprung machten wir an 2 nahe beieinanderliegenden und gut anwerfbaren Pools. Martin stand an dem Pool etwas stromauf. Als ich gerade innerlich beschlossen habe meinen letzten Wurf der Tour zu machen, hörte ich von oben einen Ruf: "Jo!" "Gut?" "Sehr gut!". So schnell wie es ging bewegte ich mich zu der Stelle, an der Martin mit extrem gekrümmter Rute stand und versuchte seinen Drillpartner irgendwie von den im Wasser liegenden Ästen fernzuhalten. Dem vorgeschriebenen 0,25mm Vorfach sei Dank (ja, das ist hier wirklich sinnvoll!), konnte er wenig später seinen deutschen Personal Best keschern.



Was für ein Abschluss einer klasse Tour!
Wir beschlossen danach keine Würfe mehr zu machen, denn besser konnte es nicht mehr werden. Auch der plötzlich einsetztende Starkregen, der uns bis auf die Knochen durchnässte, war völlig egal. Glücklich, zufrieden, nass, erschöpft und mit einem breiten Grinsen im Gesicht bahnten wir uns den Weg zurück zum Auto, um einen Fluss zu verlassen, der uns mit Sicherheit nicht das letzte Mal gesehen hat.


Abschließend noch ein paar Impressionen eines schönen Trips.









Zuletzt bearbeitet von Bastian Wandt am 24.09.2008, 13:34, insgesamt einmal bearbeitet

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BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 07:30 Antworten mit Zitat
Gregor
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Thumbs up Lads! Sehr professionell.

PS: Wer ist denn der Bartlose? Winken Winken Winken

Gruß
Gregor

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BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 10:03 Antworten mit Zitat
Bastian Wandt
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Der ist einfach so mitgekommen Winken

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BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 10:39 Antworten mit Zitat
Stadti
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Ein sehr schöner und sehr detaillierter Bericht!! Basti, auf dem ersten Bild hab ich Dich nur an Deinem Hut erkannt!!

Auch die Verbundenheit zu heimischen Bierprodukten zeichnet Euch aus!! Winken Petri ihr beiden!!

Grötjes Stadti

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Ich hab so'n Aufkleber auf der Kiepe: "Essen-Schlafen-Fischen gehen"...das passt !!
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BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 11:28 Antworten mit Zitat
Alexander
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Schönes Ding Geschockt ,
Petri euch beiden
Gruss
Alex
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BeitragVerfasst am: 18.09.2008, 20:08 Antworten mit Zitat
Bastian Wandt
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So, der nächste Termin steht fest und ich habe die letzten Tage meine Fliegensammlung ordentlich aufgerüstet. Da Streamer sehr gut liefen, habe ich auch etliche davon gebunden.
Hier mal ein paar Ergebnisse:

Fetter Fuzzy Wuzzy


Matuka Style


roter Muddler


extrem schwerer Wooly Bugger


und zum Schluß eine von vielen Nymphen


Grüße
Bastian

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BeitragVerfasst am: 19.09.2008, 07:46 Antworten mit Zitat
Gregor
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moin,

der Wooly Bugger sieht gut aus .... auf die Schwarze Version haben wir schon sehr gut gefangen ... meist im späteren Sommer und im frühen Herbst wenn es noch schön warm war. Rot lief erst später richtig gut.

Gruß
Gregor

hier noch was für ausgefallene Ideen:

http://www.grahamowengallery.com/fishing/fly-tying.html

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BeitragVerfasst am: 19.09.2008, 12:44 Antworten mit Zitat
Bastian Wandt
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Moin,
danke, gut sieht er aus aber er ist bestimmt mit der Spinnrute besser zu werfen als mit der Fliegenrute Lachen
Die Fliegen von Graham Owen sind schon ziemlich geil aber auch ordentlich Arbeit denk ich...

Gruß
Bastian

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BeitragVerfasst am: 20.09.2008, 00:03 Antworten mit Zitat
Masterkennie
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Moin, ich finde diesen Bericht sehr gelungen! Auf das wir bei unserem nächsten Boardiefischen auch so viel Spaß haben werden.... Sehr geil!!
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BeitragVerfasst am: 20.09.2008, 19:03 Antworten mit Zitat
Martin
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Na da haste diesmal aber wirklich Zeit am Bindestock verbracht. Schicke Dinger!!
Beim Thema Nymphen weißt du ja mittlerweile worauf ich schwöre Winken .
Ansonsten viel Erfolg bei der nächsten Session und lass mich die Resultate wissen.

Beste Grüße!
Martin

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BeitragVerfasst am: 21.09.2008, 13:04 Antworten mit Zitat
Bastian Wandt
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Das sind bei weitem nicht alle. In Pufffarben habe ich auch noch ein paar, aber das wollte ich hier keinem zumuten. Mr. Green
Von "deinen" Nymphen habe ich auch genug gebunden. Winken

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BeitragVerfasst am: 21.09.2008, 21:38 Antworten mit Zitat
Phil
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Hab von Fliegenfischen zwar kein Plan, aber egal Cool

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